Im vergangenen Jahr habe ich auch mal mehr Dinge für mich genäht und dennoch fällt mir das Nähen für meine Kinder leichter. Ich denke, weil ich bei meinen Sachen noch genauer bin und wirklich pingelig. Eine falsche Naht oder das falsche Garn mag ich immer weniger. Ich teste gerne neue Schnitte und neue Farben. Manchmal gibt es dann aber einfach Teile die ich nicht mehr gerne trage. Ich hatte mir vorgenommen dies zu ändern und noch mehr auf meine Wahl und mein Tun während dem Nähen zu achten, um die sogenannten “Schrankhüter” zu vermeiden. Dies ist aber gar nicht so einfach, denn woher weiß man, ob die Idee im Kopf wirklich klappen wird? Ja und auch bei der Farbwahl möchte man ja mal etwas neues versuchen. Mit diesem Kleid ging ich da auch etwas auf Risiko – Ende unbekannt!

Dieses Kleid hätte furchtbar daneben gehen könne, denn es besteht aus mehreren Teilen die ich wirklich mag aber auch aus Teilen, die wirklich erstmal auseinander genommen werden mussten. Fangen wir mal vorne an. Ich hatte mir mal ein Kleid in Italien gekauft und mochte die Wickeltechnik total. Innen wurde es gebunden und außen mit drei Knöpfen gehalten. Ein tolles Kleid für den Sommer und leider Dank eines Ketchupunfalles unbrauchbar. Also kam mir die Idee es “abzunehmen” – ein paar Änderungen inklusive. Ich trennte das komplette Kleid auf und änderte gleich zum Einen die Weite und den weiten Ausschnitt. Dazu fand ich schnell einen leichten weißen Baumwollstoff. Die Gürtelbänder von den Seiten verwendete ich hier einfach wieder. Der Rockteil dieses Kleides ist deutlich größer und länger. Dies bedeutete auch einen großen Stoffverbrauch. Fast zwei Meter habe ich NUR für den Rockteil benötigt. Wahnsinn oder?

Alle Kanten habe ich einmal mit der Overlock umfasst und dann doppelt eingeschlagen und schmalkantig abgesteppt. Der Rockteil wird auf die komplette Breite gerafft und ebenfalls gesäumt. Dies würde ich beim nächsten Mal mit der Hand säumen, denn bei solch leichten Stoffen würde es woh noch schöner aussehen. Der Gürtel ist das Einzige was vom alten Kleid (neben den Gürtelhaltern) noch brauchbar war.

Mein italienisches Ausgangskleid war komplett weiß aber ich hatte einen farblichen Bruch im Kopf, der vor allem die Wickeloptik vom Kleid hervorhebt und den abgerundeten Rock zeigt. Dieser ist kein langer eckiger Streifen, sondern in Rundungen zugeschnitten. Ich hätte während dem Nähen mal ein Bild machen sollen. Dieses Kleid war auf jeden Fall ein echtes Experiment und ich bin sehr froh, dass das geglückt ist. Auf jeden Fall ist es der Beweis, dass man manchmal einfach auch ausprobieren sollte und damit auch solche Projekte keine Schrankhüter werden, sollte man es vorher mit alten Stoffen oder Bettlaken oder sonstigem probieren. Das sage ich so schlau daher und habe es selbst nicht gemacht *hust.An diesem warmen Vormittag war es auf jeden Fall ein luftiges Teilchen und ließ sich angenehmen tragen. Sogar in den See habe ich mich getraut und dabei ist dieser Schnappschuss entstanden. Danke Janina, für Deine Geduld! Du schaffst es sogar hochschwanger Ideen umzusetzen und dabei die Lust nicht zu verlieren. Ohne Dich wäre ich im letzten Jahr echt aufgeschmissen gewesen!

In dieser Woche habe ich noch ein wenig für Euch und freue mich schon gigantisch darauf es zu zeigen!
Ich wünsche Euch einen schönen Sonntagabend und einen guten Start in die Woche.

Dagmar

Stoff: Maxi Fin dunkelblau by Lila-Lotta /Swafing (spnosored), Weiße Baumwolle aus meinem Fundus

Schnitt: eigener Schnitt

Kette: aus Wolle – ein Geschenk einer lieben Freundin

On the open sea – (m)ein Kleidexperiment !

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2 Gedanken zu “On the open sea – (m)ein Kleidexperiment !

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