Zur späten Stunde möchte ich Euch dieses Outfit noch vorstellen.

Das spannende am Nähen sind ja nicht nur die kreativen Prozesse, die man so bis zu einem fertigen Teil erlebt, sondern auch die finale Durchsicht der Bildern und die damit verbundene Erkenntnis ob es gefällt oder eben nicht.

Bei diesen Stoffen aus Indien hatte ich ein Kleid im Kopf. Ein weit- und weichfallendes mit zwei Unterröcken oder ähnlichem. Der Schnitt liegt hier und alles war vorbereitet aber dann kam alles anders, als ich mit dem Stoff vor dem Papier saß und loslegen wollte.

Zum Einen lagen neben mir zwei fertige Tassels, die ich irgendwie super zum Stoff fand und zum Anderen waren die Stoffe dann plötzlich etwas anderes im Kopf. Dann kam Plan B oder C oder sogar D?Ich schaute nach einem weitfallenden Blusenschnitt und überlegte mir eine passende Hose. Die Tassels bekamen ein geflochtenes Bindeband, passendes Kontrastgarn und Zierkappen. Ob diese allerdings Zierkappen heißen sei dahingestellt. Hierfür nutze ich übrigens super gerne Stickgarn auf einer Rolle oder normales Allesnähergarn, welches man zum Nähen benutzt. Das Stickgarn auf der Rolle findet man in gut sortierten Handarbeits- oder Wollläden. Die Rollen halten länger und sind oft deutlich günstiger, als diese kleinen Mengen Stickgarn, die man vielleicht eher kennt. Bei uns im Nachbarort gibt es einen kleinen Laden Namens “Knopfloch” der wirklich eine mega geniale Auswahl an Borten, Bändern, Garnen und Knöpfen hat. Wer also mal in der Nähe von Frankfurt sein sollte, sollte diesen kleinen unscheinbaren Laden mal besuchen und auf jeden Fall ein wenig Zeit mitbringen. Solche Läden liebe ich und ich muss gestehen, dass ich darin immer etwas finde. Für diese Tassels habe ich einfach Allesnähergarn benutzt und nochmehr das Tasselinchen umwickelt, da es an sich dünner als Stickgarn ist.

Der Blusenschnitt kommt aus Frankreich und ich liebe ihn. Ich finde es gibt so unglaublich viele Inspirationen auf Pinterest und/oder Instagram und dort findet man, wenn man immer mal wieder so stöbert, tolle Schnittersteller oder andere Näher, die tolle Sachen präsentieren. Diesen Austausch und diese Inspirationsquellen liebe ich sehr, denn man entwickelt eigene Ideen und probiert Neues aus. Man kann natürlich auch super Schnittmuster nehmen, die man ohnehin Daheim liegen hat und diese mal verändern – wie hier die Hose. Das ist eigentlich Julika von Prülla im Grundschnitt. Ich habe die Beine verbreitert, die Falten und Taschen weggelassen. Ich wollte gerne eine Art Culotte nähen und wollte keinen neuen Schnitt kaufen. Muss man auch oft nicht, denn mit wenigen Änderungen eines schon vorhandenen Schnittes geht das auch ohne erneut Geld ausgeben zu müssen. Man braucht nur ein wenig Mut, denn manchmal geht ein solcher Versuch völlig in die Hose.

Hier seht ihr auch nochmal die selbstgemachten Tassels und Zierkappen. Wer übrigens kein Tasselinchen hat und auch keines kaufen mag, kann eine Visitenkarte umwickeln und dann ein Tassel daraus basteln. Es gibt im Internet einige Anleitungen. 

Zu den Tassels bekomme ich in der letzten Zeit sehr viele Fragen. Oft werde ich auch gefragt ob ich das Kleidungsstück dann am Ende per Hand wasche. Ich wasche meine Stoffe immer vor und für die Tassels wähle ich nur Garne oder Stickgarne, die auch Maschinenfest sind. Darauf sollte man einfach achten und sich die kleinen Schildchen der Rollen genau ansehen. Ich verwende nicht so gerne Wolle, weil ich finde, das sie etwas schneller filzt und auch nicht so fein ausschaut aber das ist wie immer wirklich Geschmackssache.

Die Hose bekam übrigens ein Bindeband, was ich aus einem 6cm breiten und ca. 1,5m langem Stoffstück genäht habe. Dazu am Ende einfach auch die Enden schräg abnähen und man hat einen passenden Bindegürtel. Ich finde das schaut sehr stimmig aus und wirkt etwas feiner und dezenter bei solch leichten Stoffen, als eine dicke Baumwollkordel. Die Ärmel bekamen eine etwas schmalere Bindebandvariante. Ich glaube da waren es um die 4cm Breite und 60cm Länge. Das könnt ihr aber auch wieder nach Geschmack und dem Armumfang eures Kindes gut selbst ermitteln.

Ich hoffe ich konnte einigen von Euch ein wenig helfen und inspirieren. Falls ihr noch Fragen habt, schreibt mir gerne!

Nun wünsche ich Euch allen einen gute Nacht oder vielleicht sogar schon einen guten Start in den Tag!

Herzlichst
Dagmar

Stoff: Indische Baumwollstoffe von Karlotta Pink

Schnitte: Julika von Prülla, Camelia Blouse and Dress von Ikatee

Tassel: hergestellt mit einem Tasselinchen von Cherry-Picking, Zierkappen ebenfalls von Cherry-Picking, Garne von Madeira

Indien meets Frankreich und Deutschland

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3 Gedanken zu “Indien meets Frankreich und Deutschland

  1. Ein unglaublich liebevolles und stimmiges Outfit ist das geworden! Da würde man am liebsten gleich einen Frankreich Urlaub einschieben, oder!?
    Bussis Andrea

    1. Hallo,

      vielen lieben Dank! Nein, die ist mit etwas Näherfahrung gut zu meistern. Die Tassels und das Raffen nehmen etwas Zeit in Anspruch aber sonst geht es gut von der Hand.

      Liebe Grüße
      Dagmar

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