Kürzlich habe ich eine sehr emotionale Freundin gesehen, wie sie einfach nur sagen wollte wie wichtig Zufriedenheit sein würde. Gründe für einen solchen “Appell” gibt es sicher viele. Einer davon und diesem begegnen wir alle vielleicht mal, ist die Gesundheit. Mit ihr steht und fällt einfach alles. Haben wir immer das Glück nicht groß krank zu werden, dann ist dies natürlich das schönste Geschenk. Aber wie sieht es aus, wenn sich alles dreht und alles davon abhängig ist? Wir nicht mehr in der Lage sind zu lachen, unsere Kinder normal anzuziehen und sie auf dem Weg zum Kindergarten oder in die Schule begleiten können?

“Nie hätte ich gedacht, dass alles so schnell gehen kann”, sagte mir meine Freundin damals, kurz bevor sie starb. Sie hatte immer eine sportliche Figur, wollte nie dick werden und lange Haare standen auch auf ihrem Wunschzettel. Als sie mir mitteilte das sie Krebs hat, waren das Gedanken die sie plötzlich verwarf und ich ehrlich gesagt auch! Plötzlich war alles zu unwichtig, so anders und unreal. Abgenommen hat sie von alleine und die Angst, dass sie ihre kurzen Haaren auch verliert standen im Vordergrund. Klar haben wir alle unsere kleinen Problemchen. Stellen uns die Frage ob wir zufrieden sind oder wie wir uns wohl verändern können. Einmal zum Friseur und bitte eine kleine Typveränderung. Sitzen wir nicht alle im gleichen Boot? Wollen wir uns nicht alle gut fühlen? Vor allem aber wünschen wir uns alle gesund zu sein und darauf sollte doch der Fokus liegen, oder? Sich selbst einfach zu akzeptieren? Soll nicht heißen sich gehen zu lassen. Nein ich denke Sport und Ernährung sind ebenfalls ein wichtiges Thema und tragen ja zur Gesundheit bei. Dennoch mag man ja auf ein leckeres Dessert nicht verzichten, oder? Also so ein leckeres Essen gehört für mich schon auch mal dazu. Auf alles verzichten möchte ich auch nicht und ich gehöre oft zu den Frauen die gerne über ihre Figur jammern und oft darüber nachdenken sich die Haare zu abzuschneiden. Ja, ganz kurz und ganz anders. Aber sich selbst zu akzeptieren und mehr lachen, mehr den Tag genießen und und und.

Warum schreibe ich das eigentlich alles? Mich haben viele Menschen im Social Media Bereich wirklich getroffen. Also emotional getroffen und nachdenklich gestimmt. Starke Frauen, die über ihre Krankheit berichten. Frauen, die aber ebenso einfach verzweifelt sind und wirklich auch dies öffentlich zeigen. Was bin ich dann mit meinen paar Kilos die mich gerade stören? Oder die Dame an der Kasse, die scheinbar einen schlechten Tag zu haben scheint? Manchmal überlege ich einfach schnell weiter zu blättern, weil es mich so unfassbar traurig macht Euch (die ich gar nicht kenne und dann irgendwie doch) so zu sehen.

Kopfhörer auf und einfach abschalten. Das ist das was ich mache, wenn es zuviel wird. Die Gedanken zuviel werden und mich sowas durchaus bedrückt. Ich ziehe den Hut vor diesen Frauen, vor den Menschen die damit so stark umgehen und den Glauben nicht verlieren. Ja, ihr die darüber schreibt, Mut macht und einen Einblick gewährt, wie es Euch damit geht. Aber sowas, obwohl man einige gar nicht privat und persönlich kennt, trifft einen. Es macht einen traurig und es bewegt. Es bringt einen zum Nachdenken, zum Umdenken und manchmal sogar zum Weinen. Denkt man dann auch die Menschen, die man im Herzen trägt und nicht mehr drücken kann. “Lachen lockt ihn an” immer wieder denke ich an diesen Satz meiner verstorbenen Freundin. Ein Satz, den sie uns allen in ihrem Blog kurz vor ihrem Tod schrieb. Sie wird zu unserem Schutzengel und wir sollen lieber lachen als weinen, denn nur das würde sie anlocken. Ein schöner Gedanke, der so manche Tränen trocknet.

Es ist nicht immer alles fröhlich und bunt. Nicht immer alles schön und entspannt. Aber es zeigt mir wie wichtig jeder Tag ist. Wie gut es mir und meiner Familie doch eigentlich geht. Ich möchte aber all diesen mutigen Frauen sagen, wie wichtig ich auch diese Botschaften finde. Ich drücke Euch allen die Daumen, wünsche Euch nur das Beste und hoffe, dass ihr den Kampf gewinnen werdet. Das ihr wieder über die bunten Seiten des Lebens berichten werdet. Die Seiten, die uns zeigen wie schön alles ist. Die gesunde Seite sozusagen auch wenn dies manchmal anders laufen kann. Ja, dessen bin ich mir sehr bewusst. Ich bin mir auch bewusst, dass man einfach auch mal jammern soll, darf und muss. Klar, denn auch das gehört dazu.

Viele Gedanken kann ich gar nicht in Worte packen, denn ich hoffe natürlich für meine Familie, meine Freunde und mich, dass das Leben weiterhin schön ist und bleibt. Ich hoffe für diese Frauen, denen ich mal vor langer Zeit “anders” gefolgt bin als heute, dass sich alles dreht und ich bald wieder fröhliche Bilder sehen werde. Ich weiß von meiner Freundin, wie wichtig für sie das Bloggen war, das Schreiben über die Gefühle und den Ist-Stand ihrer Gesundheit. Ich glaube so geht es diesen Frauen sicher auch. Ich glaube neben mir hoffen viele andere Menschen mit Euch mit und wünschen sich für Euch eine große Portion Gesundheit.

Was ihr alle bei mir bewirkt ist mehr Zufriedenheit. Ja, ich fülle den Tag anders aus. Manchmal vergesse ich es auch aber ich versuche einiges anders zu gestalten und auch anders zu leben – bewusster wahrscheinlich!

Ich denke an Euch und wünsche Euch von Herzen viel Kraft, Mut und Durchhaltevermögen – ihr schafft das!!!

Herzlichst
Dagmar

Schnitte: Frau Becky von Schnittreif, Alegra von Milchmonster

Stoffe: Nosh Jersey “Virta” puder und Stricksweat puder via Stoffbüro

Einfach zufrieden sein

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3 Gedanken zu “Einfach zufrieden sein

  1. Liebe Dagmar,
    du sprichst mir aus der Seele. Ich sitze gerade in einer Rehaklinik wegen meiner Multiplen Sklerose und die Stimmung hier ist bei fast allen Patienten ziemlich gut. Jeden Tag das kleine Glück finden und nicht ein Leben lang dem großen Glück (was immer auch das ist) nachjagen.
    Hier gibt es den Mann mit Gehirntumor, der weiß er wird nicht mehr lange Leben und wird seine kleinen Kinder nicht aufwachsen sehen. Der Mann, dessen Kleinhirn schrumpft, der selber Oberarzt war und weiß sein Verstand und seine Bewegungsfähigkeit werden immer mehr abnehmen, aber er wird noch lange in diesem Zustand leben. Die Frau mit Schlaganfall, die immer nach Worten suchen muss, was eine Kommunikation sehr schwierig macht. Trotzdem lachen wir zusammen, essen wir zusammen, machen kleine Ausflüge zusammen und geniesen das kleine Glück.
    Meine Schwester ist auch vor 2 Monaten an Krebs gestorben. All das zeigt einen, im hier und heute zu leben.
    Ich wünsche euch allen Gesundheit,denn sie ist das höchste Gut!
    Liebe Grüße
    Renate

    1. Liebe Renate,

      ich habe seit gestern so so viele Geschichten gelesen und erzählt bekommen und das ALLES zeigt mir, wie wichtig genau das ist! Das HIER!!!Ich bin zwischen total gerührt, wütend, furchtbar traurig und am meisten muss ich aber den Hut ziehen. Immer und immer wieder bewundere ich Menschen, die den Mut nicht verlieren und das Leben dennoch genießen. Meine Freundin hat mir immer wieder davon erzählt wie gut sie plötzlich wieder riechen kann und wie schön sie Dinge findet, die sie als solche nicht mehr richtig wahrgenommen hat. Ich wünsche Dir von Herzen ALLES Gute und vor allem wünsche ich Euch als Gruppe eine wundervolle gemeinsame Zeit und weitere schöne Momente. Ich muss dennoch ein wenig schlucken und meine Tränen verkneifen, da es natürlich auch traurig macht!
      Das Deine Schwester gestorben ist tut mir sehr leid und auch dazu fehlen mir so die Worte!

      Ich habe großen Respekt vor allen Menschen, die mit ihrer Gesundheit solche Wege gehen und immer kämpfen müssen. Großen Respekt vor den Angehörigen und bewundere auch deren Stärke und Liebe, die man dafür einfach benötigt.

      Vielen lieben Dank für Deinen Text und Deine “Geschichte”. Es ist und bleibt ein ganz sensibles Thema!
      Liebe Grüße zurück
      Dagmar

  2. Liebe Dagmar,
    was für ein Text, da fehlen mir fast die Worte.
    Da kommen Erinnerungen hoch Ich war vor fast 4 Jahren in Reha (Neuroorthopädie) ich glaube das sagt schon viel. Da hat man so viel Elend mitbekommen und da fühlte ich mich auf einmal wie wenn ich nichts hätte. An solche Erinnerungen sollte man festhalten, was leider nicht immer geht wenn man wieder auf die Tatsachen heruntergezogen wird das dies und jenes auf einmal nicht mehr so funktioniert wie es jeder andere Mensch gewohnt ist. Und dennoch muss ich dann an so einige Schicksale denken und dann geht es einem wieder besser.
    Ich kann dir nur beistehen mit deinen liebenvollen Gedanken.
    Gesundheit und Glück sind sehr wichtig im Leben und es kann schnell anders aussehen. Das habe ich selbst erlebt und kann es nur unterschreiben.
    Liebe Grüße
    Martina

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